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Komm süßer Schlaf!*

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„Der Schlaf ist für den Menschen, was das Aufziehen für die Uhr.“ Bereits Arthur Schopenhauer, deutscher Universalgelehrter und Mitbegründer der Philosophie des 19. Jahrhunderts, brachte mit dieser Aussage den Schlaf als unerlässlichen Ruhezustand und Energielieferanten zugleich auf den Punkt.

Probleme beim Einschlafen, Durchschlafen sowie zu wenig erholsamer Schlaf sind allesamt weit verbreitete Phänomene. Umfragen zufolge berichten rund 25 % der Bevölkerung von mangelnder Schlafqualität. Ausreichender, erholsamer Schlaf ist enorm wichtig für Gesundheit sowie Wohlbefinden und sichert unser Überleben.

Eco-Modus für den Körper

Der Schlaf wird als eine Art „Energiesparmodus“ betrachtet, der zu einer Abschwächung der Nervenzellkontakte führt, um die tagsüber aufgenommene Reizüberflutung zu kompensieren. Im Körper gibt es nicht nur ein „Schlafzentrum“, vielmehr geht man davon aus, dass neuronale Zentren wie Hirnstamm, Thalamus, Hypothalamus und Cortex an der Informationsübertragung beteiligt sind. Der Zustand des Energiesparens scheint das Pendant zum Lernprozess zu sein, bei dem neue Gedächtnisinhalte durch „synaptische Potentierung“ gefestigt werden. Wie in zahlreichen Untersuchungen gezeigt wurde, kann die Merkfähigkeit neuer Inhalte bereits nach einem Nickerchen verbessert werden. Ob nun der Schlaf auch für die Festigung von Gelerntem dient oder ausschließlich die Funktion der „Festplatten-Bereinigung“ übernimmt, konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Fest steht jedoch, dass Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Acetylcholin im Rahmen der neuronalen Übertragung eine elementare Rolle spielen. So wird die Gliederung des Schlafes in REM-, Non- REM- und Leichtschlafphasen (Modell von Hobon und McCarley) auf die Aktivität dieser Botenstoffe zurückgeführt.

Sekretion von Hormonen im Schlaf

Während der Nachtruhe kann der Körper nicht nur Energie sparen, sondern auch das Immunsystem aufrüsten und den Stoffwechsel regulieren. Weiters wird die Ausschüttung einiger Hormone von zirkadianen Rhythmen bestimmt. So findet eine ausgeprägte Sekretion des Wachstumshormons (Growth Hormon, GH) vor allem in der ersten Tiefschlafphase statt. Dessen Ausschüttung steigert die Bildung des insulin- like-growth-factors (IGF-1), der wiederum für Zellwachstum und Glukoseverwertung verantwortlich ist. Schlafrestriktion hingegen führt aufgrund der erhöhten Stressbelastung zu gesteigertem Cortisol-Spiegel und zu einer negativen Bilanz von Wachstumshormonen. Schlafdefizite können die Sekretion von Leptin und Ghrelin aus dem Gleichgewicht bringen. Die beiden Hormone sind für Hunger- und Appetitgefühl verantwortlich. Somit profitiert nicht nur unsere Gesundheit von ausreichendem Schlafen, sondern auch die Figur!

Neueste Erkenntnisse aus der Schlafforschung

Rezente Forschungsarbeiten beschäftigten sich auch mit dem Zusammenhang von zu wenig oder gestörtem Schlaf mit der Pathogenese von Morbus Alzheimer. Am Tiermodell wurden durch bewusst induzierte Schlafdefizite vermehrt Amyloidablagerungen festgestellt. Basierend auf diesen Erkenntnissen, resümieren die Autoren, dass Defizite an Schlaf die Entwicklung einer Demenz begünstigen könnten.

„Neben einer verkürzten Einschlafzeit kann die Melisse die Stimmung und die Schlafqualität positiv beeinflussen.“

Mikronährstoffe für einen erholsamen Schlaf

Beeinträchtigte Schlafqualität kann auf zahlreiche Umstände zurückgeführt werden. Stress und Überbelastung in Beruf sowie Privatleben zählen zu den häufigsten Gründen für Schlafstörungen. Neben bestehenden Krankheiten (z. B. Restless-Legs-Syndrom) können auch medikationsinduziert Schlafprobleme auftreten. So können Arzneimittel wie Beta-Blocker, Antidepressiva und Schilddrüsenhormone das Schlafverhalten sowie den Mikronährstoff- Haushalt negativ beeinflussen. Orale Verhütungsmethoden scheinen ebenfalls mit einer Beeinträchtigung der Schlafqualität in Verbindung zu stehen, da diese einen Einfluss auf bestimmte Cofaktoren im Stoffwechsel haben. Um dem Traum einer wohltuenden Nacht näher zu rücken, steht eine Auswahl an orthomolekularen Möglichkeiten zur Verfügung, die sich in 3 Säulen aufgliedern:

1. Cofaktoren für den Neurotransmitter- Haushalt

Eine Reihe von Co-Faktoren ist notwendig, um die endogene Melatoninproduktion aufrechtzuerhalten. Die Aminosäure L-Tryptophan fungiert als Präkursor von 5-Hydroxytryptophan (5-HTP), Serotonin und Melatonin. Eine adäquate Verfügbarkeit von Vitamin B6, Folsäure und S-Adenosylmethionin (SAMe) sind Voraussetzung, damit die Umwandlung von L-Tryptophan in das „Schlafhormon“ Melatonin erfolgen kann. Stress und der häufig mit Stress in Verbindung stehende erhöhte Cortisol-Spiegel können genauso wie Magnesiummangel die Bildung von 5-HTP herabsetzen. Der Dauergebrauch von oralen Kontrazeptiva kann zu einem erhöhten Verbrauch von Vitamin B6 führen. Da Serotonin nicht in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, kann eine Versorgung des Melatoninstoffwechsels ausschließlich mit L-Tryptophan, 5-HTP oder direkt mit Melatonin erfolgen.

2. Der „Schlafanstoßer“ Melatonin

Melatonin, welches endogen in der Zirbeldrüse gebildet wird, dirigiert das Einschlafen und fungiert als Steuermann im zirkadianen Schlafwach- Rhythmus. Bei Dunkelheit kommt es zur Ausschüttung des Hormons – wir werden müde. Hinsichtlich der regulatorischen Effekte von Melatonin gilt die Evidenz als gesichert. Von der EFSA (European Food Safety Authority) veröffentlichte Meta-Analysen untermauern, dass Melatonin bereits ab einer Dosis von 0,1 mg zu einer Verkürzung der Einschlafzeit führt.

3. Erholsamer Schlaf dank Melisse

Der Einsatz von Pflanzenextrakten genießt seit Jahrhunderten geschätzte Anwendung, so vermag beispielsweise die bewährte Melisse, neben verkürzter Einschlafzeit, sowohl Schlafqualität als auch Stimmung positiv zu beeinflussen.

* Erstveröffentlicht im "PRO Q3/2016 - Magazin für medizinische Fachkreise". www.promedico.at

Quelle: Statista 2016, Robert Koch-Institut
Statistik Austria, Österreichische Gesundheitsbefragung 2006/2007
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Mutschler Arzneimittelwirkungen. 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2013
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