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Nahrungsmittel-
unverträglichkeiten

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Keine Lactose, keine Fructose, kein Gluten, kein Histamin – Was soll man denn da noch essen? Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind für Betroffene gerade zu Beginn eine große Herausforderung.

Fructose, Lactose, Histamin – Nahrungsmittel können unseren Körper ordentlich aus der Balance bringen. Kämpft man mit Beschwerden wie Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit oder Kopfweh, ist es an der Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Dabei gilt es die Nahrungsmittelunverträglichkeit zu erkennen und damit umgehen zu lernen.

Allergie oder Intoleranz?

Der Begriff Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -intoleranz fasst verschiedene unangenehme Beschwerden zusammen – sie alle stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel. Ihnen liegen verschiedene Stoffwechseldefekte zugrunde. Die Beschwerden treten meist zeitverzögert auf (30 Min. bis mehrere Stunden nach dem Verzehr) und sind je nach Ausprägung der Unverträglichkeit erst nach mehrmaligem bzw. regelmäßigem Konsum zu sehen. Da die Symptome von Verdauungsbeschwerden über chronische Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Benommenheit und Kopfschmerzen bis hin zur Migräne reichen, ist der Rückschluss auf eine Unverträglichkeit nicht immer einfach.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten betreffen in den Industrieländern mehr als 20 Prozent der Bevölkerung.

Bei echten Nahrungsmittelallergien (1,4 bis 2,4% der Bevölkerung) wird Nahrungseiweiß zu Antigenen und ruft eine allergische Reaktion des Immunsystems hervor. Bereits nach einmaligem Verzehr können in kürzester Zeit Reaktionen wie Rachenschwellung, Durchfall und Kreislaufprobleme auftreten. Ihre Häufigkeit liegt bei Erwachsenen zwischen 2 und 5 Prozent, bei Kleinkindern bei bis zu 10 %.

Die Rolle des Darms

Eine wichtige Rolle für die Entstehung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten spielt der Darm. Die Darmwand, die von der Darmschleimhaut produzierten Abwehrfaktoren sowie die Darmflora stellen bedeutsame Barrieren dar, die eine übermäßige Aufnahme von Allergenen - Stoffe, die Immunreaktion auslösen - in den Körper verhindern. Überdies werden im Darm wichtige Enzyme gebildet, wie z.B. die milchzuckerspaltende Laktase. Entzündungsreaktionen im Darm durch die Zufuhr von unverträglichem Essen sowie Durchfälle können Nährstoffdefizite begünstigen. Antibiotika-Therapien und Ernährungsfehler wie zum Beispiel zu viel Zucker können das vermehrte Wachstum unerwünschter Darmbewohner und die Reduktion der natürlichen Darmflora zusätzlich fördern.

Fructose-Malabsorbtion

Die Fructose-Malabsorption ist neben der Lactoseintoleranz die bedeutsamste Kohlenhydratunverträglichkeit bei Nahrungsmitteln. Schätzungen zufolge ist jeder dritte Mensch von einer Fructose-Malabsorption betroffen. Bei jedem zweiten verläuft diese ohne Beschwerden und wird nicht entdeckt.

Durch eine eingeschränkte Transportkapazität des Glucose-5-Transporters (GLUT5) in der Dünndarmschleimhaut wird das Monosaccharid Fructose (Fruchtzucker) nicht ausreichend aufgenommen und gelangt in hoher Konzentration in den Dickdarm, wo es von der Dickdarmflora vergoren wird. Dabei entstehen Kohlendioxid, Methan, Wasserstoff und kurzkettige Fettsäuren sowie die dadurch bedingten Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall (Osmose). Die Fructose-Malabsorption ist klar von der vererbbaren Fructoseintoleranz (Prävalenz 1 : 20.000) zu trennen. Eine Fructoseintoleranz wird durch einen genetisch bedingten Defekt des Enzyms Aldolase B ausgelöst. Sie ist medikamentös nicht behandelbar, weshalb eine streng fructosefreie Ernährung einzuhalten ist.

Bei der Fructose-Unverträglichkeit hingegen ist es wichtig, dass nicht dauerhaft und absolut auf Fructose verzichtet wird, da es dadurch zu einer Verschlechterung der Fructoseverträglichkeit kommen kann.

Tipps bei Fructose-Unverträglichkeit

  • Bei einer Fructose-Unverträglichkeit solltest du besonderen Wert auf die essentielle Aminosäure L-Tryptophan, die Vitamine des B-Complexes (vor allem Folsäure), Magnesium und Zink legen.
  • Die Karenzphase bei einer Fructosediät sollte nicht länger als 4 Wochen eingehalten werden. Um die Fructose-Toleranzschwelle auszuweiten, solltest du immer wieder Nahrungsmittel in deinen Speiseplan integrieren, die nicht so gute verträglich sind.
  • Die Zuckeralkohole Sorbit, Manit und Xylit blockieren den GLUT5-Transporter. Sie sind meist in Light-Produkten oder Zahnpflege-Kaugummis enthalten. Zumindest in der Karenzphase solltest du auf diese Dinge verzichten.
  • Die gute Nachricht zuletzt: Die Fructoseverträglichkeit kann verbessert werden, indem gleichzeitig Glucose (Traubenzucker), im Verhältnis 1:1 verzehrt wird.

Lactoseintoleranz

Das Vorkommen der Lactoseintoleranz wird auf 15–20 % geschätzt, gleichmäßig verteilt auf beide Geschlechter. Damit ist sie die häufigste Kohlenhydratverwertungsstörung und gleichsam die bekannteste Nahrungsmittelunverträglichkeit. Zurückzuführen ist die Lactoseintoleranz auf unzureichende Aufspaltung von Milchzucker (Lactose), das durch eine zu geringen Aktivität oder das Fehlen des Enzyms Lactase begründet werden kann. Der Organismus kann den Zweifachzucker Lactose nur mit Hilfe dieses Enzyms im Dünndarm in seine Einzelbausteine Glucose und Galactose zerlegen und damit richtig als Einfachzucker über die Dünndarmschleimhaut aufnehmen. Lactose, die nicht durch das Enzym Lactase aufgespalten wurde gelangt in den Dickdarm und wird dort von den Dickdarmbakterien zu Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan und kurzkettigen Fettsäuren vergoren. Völlegefühl, Blähbauch oder krampfartige Bauchschmerzen sind die Folge.

Lactose ist auch osmotisch wirksam und zieht Wasser in den Dickdarm, weshalb auch Durchfälle zu den beschriebenen Symptomen gehören. Durch eine Lactoseintoleranz können sich durch die verminderte Kohlenhydrataufnahme auch noch Müdigkeit und Abgeschlagenheit zu den Symptomen gesellen. Wer von einer Lactoseintoleranz betroffen ist, kann mittlerweile aber schon auf viele Alternativen zurückgreifen. In vielen Fällen ist außerdem eine Lactase-Restaktivität im Körper vorhanden. Wie viel Lactose vertragen wird, muss jeder individuell feststellen.

Tipps bei Lactoseintoleranz

  • Osteoporose ist jene Erkrankung, die bei Lactoseintoleranz am häufigsten diagnostiziert wird. Daher solltest du auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, insbesondere Calcium, und auch Vitamin D achten. Da Calcium und Vitamin D für den Erhalt normaler Knochen benötigt werden.
  • Lactosehaltige Speisen und Getränke sind für deinen Körper leichter bekömmlich, wenn du sie gemeinsam mit fett- oder proteinreichen Nahrungsmitteln genießt. Diese begünstigen eine langsamere und kleiner portionierte Entleerung des Mageninhaltes in den Dünndarm. So hat das Enzym Lactase länger Zeit zu arbeiten. Außerdem werden feste Speisen besser vertragen als flüssige und kalte Getränke und Nahrungsmittel besser als warme.

Histaminintoleranz

In Mitteleuropa wird das Vorkommen der Histaminintoleranz (HIT) auf 1–3 % der Bevölkerung geschätzt. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer (4 : 1). Besonders interessant ist die Tatsache, dass HIT bei Frauen ab dem vierzigsten Lebensjahr häufiger auftritt als bei jüngeren Frauen. Wissenschaftlich wird hierzu der Zusammenhang mit der Abnahme der weiblichen Geschlechtshormone diskutiert.

Anders als bei der Lactose- und Fructoseintoleranz ist die Symptomatik der Histaminintoleranz nicht auf den Gastrointestinaltrakt (Bauchkrämpfe, Blähbauch, Durchfall) alleine beschränkt. Zu den vielfältigen Erscheinungsformen der HIT zählen auch Symptome wie Kopfschmerzen und Migräne, Fließschnupfen, Juckreiz der Nase, Flush (Rötungen der Haut), Atemwegsbeschwerden (Asthma) oder Reaktionen im Herz-Kreislauf-System (Schwindel, niedriger Blutdruck, Rhythmusstörungen). Histaminintoleranz ist gekennzeichnet durch ein Ungleichgewicht zwischen im Körper vorhandenem Histamin und der extrazellulär aktiven Diaminooxidase (DAO), einem kupferhaltigen Enzym, das Histamin, Putrescin und andere biogene Amine abbauen kann. Dabei ist es nicht ausschlaggebend, ob Histamin mit der Nahrung zugeführt oder vom Körper selbst freigesetzt wird. Histaminintolerante weisen einen relativen DAO-Mangel auf (Enzymdefekt).

Tipps bei Histaminintoleranz

  • Vor dem Start einer histaminarmen Ernährungsweise solltest du deinen Vitamin-C-, -B6- und Kupferspiegel labordiagnostisch überprüfen lassen. Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat) und Kupfer sind für die DAO-Bildung und –aktivität wichtig. Vitamin C kann den Abbau von Histamin unterstützen.
  • Histamin ist nur in wenigen frischen Lebensmitteln ursprünglich vorhanden. Es wird vor allem bei der Reifung und Fermentation von Nahrungsmitteln gebildet. So sind zum Beispiel Sauerkraut, hefehaltige Produkte, Sojasoße, Wein, Bier, gereifter Schinken und Rohwursterzeugnisse, Fischkonserven und bestimmte Käsesorten besonders histaminreich.
  • Tomaten, Nüsse, Spinat, Kiwis, Ananas, Erdbeeren, Schokolade und Alkohol fördern die Freisetzung von Histamin im Körper.
  • Zu den Nahrungsmitteln, welche das Enzym DAO blockieren, gehören beispielsweise schwarzer, grüner sowie Mate-Tee, Kakao und Alkohol.

Fazit

Die Ursachen für Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind vielfältig und reichen von der industriellen Fertigung von Lebensmitteln über Stress und giftige Umwelteinflüsse bis hin zu einseitigem Essverhalten. Solltest du den Verdacht einer Nahrungsmittelunverträglichkeit haben, ist es wichtig, nicht sofort auf jene Nahrungsmittel zu verzichten, die du für die möglichen Auslöser hältst. Die Symptome sowie ihre Herkunft sollten von einem Facharzt abgeklärt werden. Hier ist die erste Anlaufstelle dein Hausarzt, der auf Spezialisten bzw. auf die jeweilige Fachabteilung des Krankenhauses verweisen kann. Neben der Beratung durch den Mediziner können dir auch Selbsthilfegruppen nach der Diagnose zur Seite stehen, um den anfänglichen Frust wieder in Genuss zu verwandeln.

Rezept-Tipps

Genussvoll essen, auch mit Fructose-, Lactose-, Histamin- und Gluten-Unverträglichkeit: Rezepte bei Nahrungsmittelintoleranzen findest du hier!

Artikel verfasst von
Gesundheitswissenschaftlerin
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