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Nein sagen leicht gemacht

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Warum uns das Nein sagen so schwer fällt und wie wir dennoch in den richtigen Momenten zum Nein-Sager werden können.

Soll ich’s wirklich machen, oder lass ich’s lieber sein? Das deutsche Rap-Trio Fettes Brot plagte sich schon in den 90ern mit dem Nein sagen herum. Mit „Jein“ konnten sie uns zwar keine Lösung für das Problem anbieten, haben den inneren Konflikt aber ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Warum fällt es uns in manchen Situationen so schwer Nein zu sagen? Und wie kann man dafür sorgen, dass einem ein Nein leichter über die Lippen geht?

Bist du ein Nein-Sager?

„Kannst du mir beim Umzug helfen?“, „Gehen wir noch etwas trinken?“ oder „Hast du morgen vielleicht kurz Zeit, um etwas für mich abzuholen?“  Ja. Ja. Ja. Kann man auf diese Fragen überhaupt mit einem Nein antworten? Nein, vermutlich nicht. Genau diesen Streich spielt uns unser Gehirn immer wieder. Auch wenn wir nicht wirklich wollen, hören wir uns „Ja, klar. Gerne“ sagen. Gerne? Von wegen! Sieht man sich in der Ratgeberecke der Buchhandlung des Vertrauens um, so merkt man rasch, dass man mit dem Problem offensichtlich nicht allein ist. Wann sind wir denn zur Generation der Ja-Sager geworden?

N-E-I-N. Es könnte so einfach sein.

Glaubt man meiner Mutter, so war „Nein“ eines meiner ersten Worte, das ich leidenschaftlich gern einsetzte. Doch auf dem Weg zum Erwachsenwerden ist meine Widerstandsfähigkeit wohl brüchig geworden. Ein direktes „Nein“ fällt mir durchaus schwer. Der Kompromiss scheint mir da wesentlich näher zu liegen, auch wenn er auf meine Kosten geht. Aber feig würde ich mich auch nicht nennen. Also woran liegt es dann, dass mir ab der Pubertät die Lust am Nein sagen vergangen ist?

Das sagt die Forschung

Bei der Entscheidung zwischen Ja und Nein werden neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge zwei gänzlich unterschiedliche Gehirnareale aktiviert. Zum einen das entwicklungsgeschichtlich ältere limbische System, das intuitiv und emotional entscheidet, mit dem Ziel, möglichst rasch belohnt zu werden. Dieses System tauscht sich mit seinem jüngeren Partner aus, dem präfrontalen Kortex, der für ausgiebiges Planen, Organisieren, Abwägen und Nachdenken zuständig ist und das Gefühlsareal ganz gerne unter Kontrolle hätte.

Diese zwei Systeme konkurrieren bei der Entscheidungsfindung um die Vormachtstellung, wobei sie sich ihre Zuständigkeitsbereiche doch eigentlich recht gut in die beiden Kategorien emotional und rational aufgeteilt haben. Bei den meisten Entscheidungen kommen sie sich also nicht so leicht in die Quere. Wenn es allerdings hoch her geht, die Entscheidung möglichst schnell getroffen werden muss und es mehrere komplexe Alternativmöglichkeiten gibt, tendiert unser Gehirn zu einer Kurzschlussreaktion und sagt: „Ja.“

Warum sagen wir so gerne Ja?

Viel zu oft sagen wir Ja, wenn uns ein Nein lieber wäre, weil wir einen Konflikt meiden wollen - wenn auch nur den eigenen inneren Konflikt. Obwohl uns danach dennoch ein emotionaler Katerzustand droht, der sich ausgiebig um die Frage: „Wieso hab ich bloß Ja gesagt?“ dreht.

Häufig liegt das überstürzte Ja einfach daran, dass uns die Zeit zum Evaluieren der Situation fehlt. Daher raten Neurowissenschaftler dazu, Entscheidungen nach einer kurzen Pause, am nächsten Morgen oder sonst wann, Hauptsache später zu treffen. Da ist unser präfrontaler Kortex auch wieder einsatzbereit, denn im Laufe des Tages geht unserer Ratio häufig die Kraft aus und sie kann sich gegen die vielen Emotionen, die es zu verarbeiten gilt, nicht mehr ausreichend wehren. Also gönnen wir unserem inneren Kontrollorgan doch mal lieber eine wohlverdiente Pause. Denn vielleicht haben die vielen Ratgeber ja doch recht und Entscheidungen müssen nicht immer sofort gefällt werden.

Nein sagen kann man üben

Von außen nach innen. Diese Regel trifft nicht nur auf die Nutzung des Bestecks zu, sondern ist Psychologen zufolge auch auf das Erlernen des Neinsagens anwendbar. Auf der Reise zum Nein beginnt man im Idealfall bei möglichst unbekannten Menschen, zu denen man keine emotionale Bindung hat. Zum Beispiel bei den Unterschriftensammlern vor der U-Bahn-Station. Auf die Frage, ob man fünf Minuten Zeit hat, kann man doch einfach einmal mit einem „Nein“ antworten, statt ein Telefonat vorzutäuschen oder „Sorry“ zu murmeln. Das befreit und ist ehrlich. Genauso ehrlich darf man sein, wenn der Kellner fragt, ob es denn geschmeckt hat – man das Glas Wein aber eher zum Wiederbeleben der Geschmacksknospen brauchte, als zur Abrundung des Dinners.

Dass es bei einem näherstehenden Menschen länger dauert, bis man ein direktes „Nein“ ausspricht, hängt stark damit zusammen, dass wir unser Gegenüber glücklich machen wollen. Unser Bedürfnis nach Harmonie und der Wunsch nach Anerkennung sind einfach zu groß, als dass man ehrlich zugeben will, dass man beim Aufbauen der Ikea-Möbel nicht helfen möchte. Schließlich wollen wir andere glücklich machen und so ein Nein umgibt stets der Hauch einer Zurückweisung. Dabei macht auch hier der Ton die Musik und beeinflusst, wie ein Nein wahrgenommen wird.

So sagst du richtig Nein

Direkte Formulierungen. Wenn du Nein sagst, finde den Mut auch wirklich Nein zu sagen. Vermeide Ausdrücke wie „eigentlich nicht“ und drück dich erst recht nicht durch Aufschieben vor der Entscheidung. Das fällt deinem Gegenüber auf und lässt dich weder zuverlässig noch sympathisch wirken.

Gib einen Grund an. Klar, du bist niemandem Rechenschaft schuldig, aber wenn es einen Grund für deine Entscheidung gibt, ist es besser, du kommunizierst diesen. So erkennt dein Gegenüber, dass du dir Gedanken über die Entscheidung gemacht hast und sie dir gut überlegt hast.

Hinterlasse ein gutes Gefühl. Jemanden um Hilfe, Unterstützung oder auch nur um ein Taschentuch zu bitten, fällt vielen Menschen schwer. Formuliere daher dein Nein möglichst empathisch und wertschätzend. Ein höfliches „Danke“ oder ein anderer Ausdruck des Verständnisses bringen dein Gegenüber und dich trotz Nein näher.

Sagen wir also wirklich so selten Nein? „Nein“, lautet die Antwort der Kommunikationsforscher und sie schieben noch schnell ein „Aber“ hinterher. Aber wir hadern viel öfter mit den Neins, die wir nicht aussprechen konnten. Loslassen hilft ebenso wie es beim nächsten Mal anders zu machen und auf die eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu achten.

Denn so ein Nein ist stets auch ein Ja zu sich selbst.

Headerbild © Marion Michele

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