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Von der Stärke, die Schwächen zu kennen

Interview mit
David Schöggl und Manuel Pliem

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Am 19. Juli startet das Craft BIKE Transalp, bei dem 1200 Teilnehmer mit ihren Mountainbikes von Bayern über die Dolomiten bis nach Italien fahren. David Schöggl und Manuel Pliem treten als Team zum zweiten Mal den langen Weg zum Gardasee an. Im Interview sprachen sie über Motivation, Schwächephasen und was sie als Team zusammenhält.

Wie läuft das Transalp ab und was macht das Rennen so besonders?

David: Die Route ist von Jahr zu Jahr immer ein bisschen unterschiedlich, endet aber auch dieses Jahr wieder in Riva del Garda am Gardasee. Das Besondere ist, dass es ein Teambewerb ist, man fährt also zu zweit, hat immer einen Partner dabei. Es wird in sieben Etappen gefahren, wobei die Strecke genau vorgegeben ist. Wie bei der Tour de France wird jeden Tag aufs Neue gestartet und die Zeiten von jedem Team bei jeder Etappe abgenommen und zusammengezählt. Daraus ergeben sich dann die jeweiligen Tagesgesamtführenden und am Ende die Gesamtsieger.

Und was ist, wenn einer im Team langsamer fährt als der andere?

David: Die Zeit vom langsameren Teammitglied ist die, die gewertet wird. Als Team muss man aber sowieso immer zusammen fahren, maximal 30 Sekunden auseinander. Das macht natürlich nicht nur für die Wertung Sinn sondern auch, um sich gegenseitig zu helfen und zu pushen.

Wie ist das bei euch? Gibt es Vorwürfe wenn einer mal weiter zurückbleibt und den anderen dadurch hindert?

Manuel: Es kommt eigentlich immer vor, dass einer vorübergehend stärker ist als der andere. Aber das ändert sich auch immer wieder. Einen Tag möchte man schneller fahren, aber am nächsten ist man oft selber der, der hinten hängt. Das weiß man dann aus Erfahrung und unterstützt sich deshalb immer gegenseitig.
David: Man will natürlich immer schnell vorankommen und so wenig Zeit wie möglich auf die Besten verlieren. Da hilft es aber nichts, wenn du als Stärkerer vorausfährst und siehst, dass der andere hinter dir leidet.

"Einen Tag möchte man schneller fahren, aber am nächsten ist man oft selber der, der hinten hängt." Manuel Pliem

Für euch als Team ist es sicher von Vorteil, dass ihr letztes Jahr schon gemeinsam angetreten seid, oder?

David: Ja. Weil wir schon lange zusammen Rennen fahren wissen wir schon, in welchen Passagen der Partner besser ist – dann fährt meistens der Stärkere voraus, damit sich der andere an ihm orientieren kann. Man sieht im Verlauf des Rennens auch immer wieder, dass nicht unbedingt die Weltmeister als Erste ins Ziel kommen, sondern es oft Teams gibt die besser harmonieren, weil die zwei Partner gleich stark sind, sich besser unterstützen oder besser aufeinander Rücksicht nehmen. Die Schwächen und Stärken des anderen zu kennen ist ganz entscheidend!

Es gibt es ja auch zusammengewürfelte Teams, die sich über Sportlerbörsen oder ähnliches gefunden haben. Ist die Stimmung da eine andere?

Manuel: Ja, da bekommt man schon mit, dass manchmal die Wogen hoch gehen wenn die Teams nicht so gut harmonieren. Das ist glaube ich auch oft ein Ausscheidungsgrund, wenn man als Partner irgendwann einfach nicht mehr zusammenkommt.

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Bei 19.000 Höhenmetern sind es wohl vor allem die Steigungen, die das Rennen so unglaublich hart machen, oder?

David: Ja, einerseits die Länge der einzelnen Etappen mit den jeweiligen Höhenmetern zu überwinden und dann natürlich die Summe der Kilometer über die ganzen sieben Tage. Dazu kommt auch noch die Beschaffenheit der Strecke.

Da du gerade die Streckenbeschaffenheit angesprochen hast - steigt man auch einmal ab und schiebt ein Stück?

David: Im Normalfall nicht. Da müsste die Strecke schon wirklich unfahrbar sein. Aber bei der ersten Etappe letztes Jahr habe ich den letzten Berg hinauf wirklich geschoben. Es wäre zwar zum Fahren gegangen, aber ich war einfach so fertig (lacht). Das passiert aber im Normalfall nicht.

Was ist euch eigentlich lieber: bergauf oder bergab?

David: Unsere Stärke liegt sicher in den Steigungen. Wir können zwar auch gut bergab fahren, aber wenn wir uns mit der Weltspitze vergleichen, verlieren wir dabei eher. Aber auch da haben wir uns vor allem im letzten Jahr gut gesteigert. Voriges Jahr waren wir bis zum Ausstieg eigentlich gut platziert, konnten schon sehen wo unsere Schwächen liegen und daran arbeiten.

Letztes Jahr habt ihr das Rennen vorzeitig abgebrochen. Warum?

Manuel: Ich bin damals bei der vorletzten Etappe, kurz vor Schluss, krank geworden. Ich hatte die Tage vorher schon gespürt, dass etwas nicht ganz passt und bin dann bei der sechsten Etappe nicht mehr auf den letzten Berg hinauf gekommen.

Hast du dieses Jahr Vorkehrungen getroffen, damit so etwas nicht noch einmal passiert?

Manuel: Ja, ich habe mich mit Ernährung – speziell mit Nahrungsergänzung – genauer befasst. Bisher habe ich darauf nur gelegentlich geachtet, aber jetzt für das Transalp und die intensiven Trainingswochen schaue ich, dass ich mir immer etwas zurechtlege was ich auch im Vorfeld schon getestet habe. Zum Beispiel achte ich mehr auf den Basenhaushalt und die Mineralstoffzufuhr.

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Was passiert, wenn ihr mal eine Etappe nicht in der vorgegebenen Zeit schafft?

Manuel: Es kann sein, dass man wegen einem technischen Defekt nicht ins Ziel schafft, dann wird die letzte Zeit gewertet. Für das Gesamtergebnis ist das katastrophal, dann ist das Rennen eigentlich gelaufen. An sich gibt es zwar schon auch eine vorgegebene Zeit, an der man das Ziel erreichen muss, aber das war für uns eigentlich nie ein Problem.

Also kommen – abgesehen von schweren technischen Defekten – immer alle Teilnehmer ins Ziel?

David: Es steigen schon auch immer einige aus, voriges Jahr waren es aber doch fast 90% die das Ziel erreicht haben.
Manuel: Man merkt schon auch, dass es für Hobbyfahrer extrem ist. Der Start ist normalerweise zwischen neun und zehn, da sind wir beide dann gegen Mittag schon im Ziel während die letzten meistens erst in der Dämmerung ankommen.

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In den Bergen wechselt das Wetter ja öfters. Was passiert, wenn das Wetter einmal gar nicht mitspielt?

Manuel: Es ist, glaube ich, vor zwei oder drei Jahren einmal eine Etappe abgesagt worden, wegen starkem Schneefall. Normalerweise wird das Rennen aber durchgezogen, auch bei Schnee, Schneeregen oder ähnlichem. Das hatten wir voriges Jahr auch einmal, dass es zwei Tage wirklich extrem geregnet hat und richtig kalt war. Da fährt man dann halt mit Regenjacke.

Was habt ihr sonst so an Ausrüstung dabei?

David: So wenig wie möglich, denn das Gewicht spielt eine entscheidende Rolle. Je weniger Ausrüstung, desto leichter geht es natürlich bergauf. Man muss schon vorher wissen ob man Zusatzkleidung brauchen wird oder nicht. Das Einzige was man eingesteckt haben muss ist ein bisschen Verpflegung – die wir aber in bestimmten Zonen auch von unseren Betreuern auf der Strecke gereicht bekommen – und eine Auswahl von kleinen Werkzeugen, falls man einen Defekt hat.

Apropos Betreuer: Welche Aufgaben hat die Crew?

Manuel: Wir haben momentan sechs Betreuer, die kommen alle aus unserem Umfeld oder unserem Team. Zwei sind selbst Fahrer von uns, meine Freundin und mein Vater sind dabei und ein eigener Fahrer für unser großes Wohnmobil, wo wir auch schlafen. Ein zweites Wohnmobil für die Crew fährt unser Mechaniker und einen Pressebetreuer haben wir auch noch dabei. Die Crew muss genauso früh aufstehen wie wir – teilweise um fünf in der Früh – und das Betreuen während dem Rennen ist auch sehr stressig. Am Etappenziel kommt dann noch die ganze Nachbereitung dazu. Material versorgen, Ausrüstung putzen etc. Ich denke genau wie für uns Fahrer ist es die größte Herausforderung für die Crew, über sieben Etappen hinweg die Motivation aufrecht zu erhalten. Es ist eine anstrengende Arbeit und für einen selbst bleibt da wenig Zeit.

Wie Manuel eben gesagt habt, ist es auch für das Team schwer die Motivation aufrechtzuerhalten. Wie schafft ihr das?

Manuel: Dadurch, dass es ein Teambewerb ist, ist man schon einmal immer doppelt motiviert. Es liegt ja nicht nur an einem selbst, sondern man möchte auch dem Teampartner das Rennen nicht verderben. Wenn man ein Einzelrennen fährt, hat man manchmal vielleicht eine schlechte Phase, schaltet zurück und hofft, dass es beim nächsten Berg besser gehen wird.

"Als Team ist die Motivation meistens so hoch, dass man auch bei den Phasen wo es schlechter läuft, trotzdem über seine Grenzen geht." Manuel Pliem

Was sind auf der Strecke die schönsten Momente für euch?

Manuel: Wenn man oben ankommt und in die Abfahrt geht, da gibt es dann mal ganz kurz ein bisschen Entspannung.
David: Ich glaube, dass man während dem Rennen meistens nicht so bewusst in die Landschaft schaut. Aber man saugt die Schönheit natürlich trotzdem auf wenn man quer durch die Dolomiten fährt, das schon ein geniales Gefühl.

Das glaube ich euch auf's Wort! Und was werdet ihr machen, wenn ihr im Ziel angekommen seid?

David: Der Plan wär eigentlich, in den Gardasee zu hüpfen. Beziehungsweise direkt mit dem Rad hineinzufahren (lacht).
Manuel: Und es gibt da so eine berühmte Eisdiele, die haben wir auch jetzt schon im Visier. Die ist bei den Zwischenetappen oft schon Thema (lacht).

Artikel verfasst von
Pure Encapsulations
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