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Runner's High

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Bisher machte man Endorphine für das Hochgefühl verantwortlich, das viele Menschen bei Langstreckenläufen erleben. Doch vermutlich sind es körpereigene, cannabisähnliche Stoffe, die das sogenannte Runner’s High erzeugen.

Lisi Gruber kennt das: frühmorgens, wenn der Tau noch auf den Blättern hängt und der Wald ihr ganz alleine gehört. Wenn sie ohne Plan und ohne Ziel bergauf, bergab durchs Gelände läuft, dann kommt irgendwann plötzlich der Rausch. Alles wird leicht, und sie fühlt sich, als könnte sie ewig weiterlaufen. Lisi Gruber ist österreichische Triathlon-Vizestaatsmeisterin auf der Mittel- und Langdistanz und wie bei vielen anderen erzeugt das Laufen bei ihr regelmäßig ein besonderes Glücksgefühl – das sogenannte Läuferhoch (Runner’s High). Laufen macht also glücklich – doch was passiert dabei im Körper'?

Verantwortlich für das Glücksgefühl beim Laufen machte man bisher vor allem Endorphine, die bei sportlicher Betätigung vermehrt ausgeschüttet werden. Das stimmt aber vermutlich nur zum Teil, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Johannes Fuß vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entdeckten: Zumindest bei Mäusen spielen sogenannte Endocannabinoide – körpereigene Botenstoffe, die ähnlich wie die Wirkstoffe der Hanfpflanze an die Cannabinoidrezeptoren im Körper andocken – eine entscheidende Rolle für die Entstehung des Glücksgefühls beim Laufen.

„Das Laufen ist meine stärkste Disziplin, dass der Lauf beim Triathlon zum Schluss kommt, macht es im Kopf einfacher."

Lisi Gruber

Mäuse im Langstreckenversuch

Manche Läufer haben nie ein Runner’s High, andere regelmäßig. Die Ursache für diesen Unterschied ist unklar. Meist tritt es aber beim Langstreckenlaufen, also nach mehreren Kilometern auf. Bei ihrem Experiment untersuchten Wissenschaftler Johannes Fuß und seine Kollegen Mäuse, die zuvor fünf Stunden in einem Laufrad verbracht hatten. Dabei stellten sie fest, dass jene Nager, die im Schnitt rund 6,5 Kilometer Strecke zurückgelegt hatten, weniger ängstlich und schmerzempfindlich waren als die Kontrollgruppe, die sich davor nicht sportlich betätigt hatte. Im Blutplasma der Tiere fand man nach dem Lauf neben Endorphinen auch erhöhte Konzentrationen des Endocannabinoids Anandamid. Blockierten die Wissenschaftler die Cannabinoidrezeptoren der Tiere, hatte der Langstreckenlauf keinen positiven Einfluss auf das Verhalten der Tiere: So flohen jene Nager, denen die entsprechenden Rezeptoren fehlten, nach einem ausgiebigen Lauf etwa genauso schnell aus einer dunklen Box wie eine Kontrollgruppe ohne Laufrad.

Die Schlussfolgerung: Ein funktionsfähiges Endocannabinoid-System habe daher großen Einfluss darauf, dass man durch Laufen manchmal regelrecht „high“ wird. Unklar ist jedoch, ob sich die Erkenntnisse der Studie tatsächlich auf den Menschen übertragen lassen. Jedoch weiß man aus früheren Studien, dass auch bei menschlichen Langstreckenläufern neben Endorphin vermehrt Anandamid ausgeschüttet wird. Ein weiterer Nachteil: Mäusen kann man keine Euphorie ansehen.

Training nach Gefühl

Für Lisi Gruber geht es beim Laufen nicht um den Gefühlsrausch, auch wenn sie „auf Gefühl“ trainiert. Das heißt, dass sie beim Training nicht Pulsmesser und Tachometer im Auge hat, sondern ihre persönliche Verfassung. Die Aufzeichnung von Werten wie Herzfrequenz und Geschwindigkeit läuft nur zur Kontrolle mit. Am Trainingsplan stehen keine Zahlenvorgaben, sondern Worte wie „easy“, „moderate“, „hard“ oder gar „kill it“. „Da kenne ich mich dann eh aus.“ Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt für Lisi Gruber ein reduziertes Trainingspensum. Doch das Glücksgefühl beim Laufen sei wetterunabhängig: „Wenn mir nicht gerade die Zehen abfrieren, ist ein Runner’s High im Winter genauso möglich.“

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