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Cholesterin und der Fettstoffwechsel

Von gutem und schlechtem Fett

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Zu hohe Cholesterin- und Triglyceridwerte sind in Westeuropa ebenso häufig wie gefürchtet. Kein Wunder, tragen sie doch zum Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bei. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann man der Gefahr entgegensteuern – und das, ohne auf Fett zu verzichten.

Wir haben ein fettes Problem! Störungen im Fettstoffwechsel landen in Deutschland am wenig schmeichelhaften zweiten Platz der häufigsten Erkrankungen. In Österreich sieht die Situation ähnlich aus. Ein zu hoher Cholesterinspiegel steht dabei oft im Mittelpunkt. Zu den bekanntesten Parametern zählt er allemal – auch wenn er nicht der Einzige ist.

Fettstoffwechsel – eine Begriffsklärung

Unter Fett- oder auch Lipidstoffwechsel versteht man die Verdauung und Umwandlung von Fetten oder fettähnlichen Substanzen. Das fettlösliche Cholesterin gehört genauso zu Letzteren wie Triglyceride. Die darin enthaltenen Fettsäuren und das Cholesterin sind beide wichtig für den Aufbau und die Funktion unserer Körperzellen. Damit sie diese lebenswichtigen Aufgaben erfüllen können, werden sie in Form von Fett-Eiweiß-Kügelchen – den sogenannten Lipoproteinen – mit dem Blut durch den Körper transportiert.

Das LDL (= low density lipoprotein) ist hierbei, ganz vereinfacht dargestellt, verantwortlich dafür, Fette zum Gewebe hin zu bringen, während das HDL (= high density lipoprotein) sie wieder zurück zur Leber leitet.

Gutes vs. schlechtes Cholesterin

Eines gleich vorweg: Das oft verteufelte LDL ist nicht per se schlecht. Im Gegenteil, es hat ebenso eine essenzielle Bedeutung im Organismus, wie sein Kollege HDL. Bei LDL handelt es sich um ein besonders cholesterinreiches Lipoprotein. Und Cholesterin wird für die Synthese von Hormonen und Vitamin D gebraucht. Es wird erst dann zum Problem, wenn es im Überschuss vorhanden ist. Dann können erhöhte LDL-Cholesterinwerte im Blut (ab etwa 160 mg/dl) zu einem Risiko für Ablagerungen in den Arterien beitragen. Es kann zu einer zunehmenden Verengung der Blutgefäße kommen, was unter anderem das Risiko für koronare Herzkrankheiten erhöht.

Im Gegensatz dazu wird ein hoher HDL-Cholesteringehalt in der Regel als positiv angesehen. Und zwar weil HDL dafür sorgt, dass überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber geleitet wird, wo es in Form von Gallensäuren ausgeschieden werden kann. Daher ist nicht nur die Höhe des Gesamt-Cholesterinspiegels im Blut relevant, sondern auch die Werte des LDL- und HDL-Cholesterins und deren Verhältnis.

Bitte nicht stören!

Störungen im Fettstoffwechsel äußern sich nicht nur in Form von erhöhten Cholesterinwerten. Fettstoffwechsel- bzw. Lipidstörungen generell werden in zwei Kategorien unterteilt: die primäre und die sekundäre Form.

Bei der primären Form handelt es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung, die in der Familie liegt. Meist zeigt sich diese Fettstoffwechselstörung bereits im Kindesalter, wenn Fetteinlagerungen in der Haut zu beobachten sind und sich Gefäßverkalkungen entwickeln. Diese Form macht sich auch in erhöhten Cholesterinwerten bemerkbar.

Anders hingegen die sekundäre Form. Hier liegen meist Grunderkrankungen wie Diabetes, Übergewicht, Stress oder eine Schilddrüsenfehlfunktion vor. Sehr oft ist auch ein ungesunder Lebensstil inklusive Bewegungsmangel und sehr kalorienreicher Ernährung verantwortlich. Nicht nur das Cholesterin, sondern auch die Triglyceridwerte steigen dabei oft an.

Auf's (richtige) Fett kommt's an

Bei der sekundären Form einer Lipidstörung führt der erste Schritt meist über die Umstellung auf einen gesunden Lebensstil. So verbessern bereits der Verzicht auf Alkohol und ein reduzierter Zuckerkonsum die Triglyceridwerte im Blut deutlich. Tatsächlich kann der Cholesterinspiegel durch die Ernährung um ganze 10% gesenkt werden.

Eine gesunde sowie ausgewogene Ernährung ist für einen funktionierenden Fettstoffwechsel also entscheidend: So kann sie vor den Folgen der erhöhten Blutwerte schützen und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mindern. Wer jetzt glaubt, dafür auf jegliches Fett verzichten zu müssen, der sei beruhigt: Das richtige Fett macht den Unterschied. So gehören Fisch, Nüsse und Samen dank der enthaltenen ungesättigten Fettsäuren verstärkt auf den Speiseplan. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte sowie hochwertige Eiweißquellen wie mageres Fleisch und ausreichend Flüssigkeit runden einen guten Ernährungsplan ab.

Eine ausgewogene Versorgung mit Mikronährstoffen liefert dem Körper zudem Antioxidanzien und schützt vor oxidativer Belastung. Ausreichend Bewegung, wenig Stress sowie ein Verzicht auf Rauchen verstärken diesen Effekt. Außerdem hat Übergewicht so weniger Chance. Denn auch das ist ein wichtiger Faktor für die Herz-Kreislauf-Gesundheit - und für den Fettstoffwechsel sowieso.

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