Bonsai Pflanze in Topf

Resveratrol

[ress-wera-trol] What der Woche
[ress-wera-trol] What der Woche

Das hätte Philipp Franz von Siebold sicher nicht gedacht, dass einer seiner Sprösslinge einmal so über sich hinauswachsen würde. Als der Japanforscher vor 200 Jahren bei seiner Rückkehr nach Europa asiatische Pflanzen mit im Gepäck hatte, war die Begeisterung zunächst groß. Und bei Einwanderern wie der hübschen Hortensie, die sich stets kultiviert und angepasst von ihrer besten Seite zeigt, lacht das Gärtnerherz noch heute. Wer sich aber wie der Japanische Staudenknöterich nicht an die Grenzen von akkuraten Zäunen hält und munter Wald und Wiesen erobert, wird schnell vom bewunderten Exoten zum ungeliebten Unkraut degradiert. Vielerorts muss er sich inzwischen sogar als „unerwünschter Eindringling“ beschimpfen lassen. Nicht gerade die feine Art.

Einige Köche und Kräuterexperten rücken dem Knöterich lieber mit Messer und Gabel zu Leibe und bereiten Salate, Chutneys und Marmeladen aus seinen Trieben. Andere wiederum interessieren sich für seine kraftvollen Wurzeln, denn sie sind eine besonders gute Quelle für Resveratrol. Der Naturstoff hält das pflanzeneigene Immunsystem auf Trab und schützt den Staudenknöterich vor Pilz-, Bakterien- und Virusinfektionen. Was zarte Pflänzchen innerhalb kürzester Zeit umhaut, kann ihm also absolut nichts anhaben. Echt beneidenswert, soviel Vitalität. Ob Resveratrol auch vor rabiaten Gärtnern schützt, wissen wir nicht. Aber keine Sorge, wie heißt es so schön: Unkraut vergeht nicht.

Verfasst von

Carina Trillsam
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Disclaimer: Diese Rubrik stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit in Bezug auf die physiologische Erklärung des jeweiligen Stoffes. Der beste Ansprechpartner für umfassende Informationen sind Arzt oder Apotheker.