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Skitourencamp 2017 Thiersee

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Ein Wochenende lang berichtet Anna-Larissa Redinger vom Sportalpen Skitouren Camp in Thiersee/Tirol. Was sie als Rookie in der Skitourenwelt erlebt und welche Erfahrung sie machen durfte, erfahrt ihr hier:

Anreise Tag / Freitag:

Die Anreise ins Kufsteinerland war super einfach! Nach einer Autofahrt von 1:15 (Salzburg-Thiersee) war ich auch schon da! Mein erster Gedanke, als ich die kleine Ortschaft erreichte: „Wow, echt ein Geheimtipp hier!“. Der kleine See ist traumhaft und die Umgebung gibt einiges her - sehr vielseitig. Nach dem Check-in folgte die Begrüßung. Ein super Organisationsteam und gut gelaunte Campteilnehmer ergaben eine belebte Stimmung und ich war schon gespannt, welche Erfahrungen die Anderen bisher so gemacht hatten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde folgten die ersten Information. Angefangen vom Ski, über die Bindung, zum Schuh und der Notfallausrüstung - wir haben wirklich alles genau unter die Lupe genommen. Ein bisschen Skitourenerfahrung durfte ich ja vor ab schon sammeln aber im Laufe des Vortrages dachte ich mir oft „Aha, so geht das!“ und viele meiner offenen Fragen wurden beantwortet. Die Vorfreude auf die geplante Tour stieg.

Samstag:

Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es direkt los. Auf dem Programm: eine Skitour mit circa 800 Höhenmeter. Wir starteten bei der Mariandlalm und tourten zu Beginn auf Forststraßen durch den Wald. Perfekt zum Anfangen, um ein Gefühl für das Material zu bekommen. Nach einiger Zeit und etwas steilerem Gelände kam auch schon die erste Herausforderung - Spitzkehren. Gar nicht so einfach, wenn man das noch nie zu vor gemacht hat. Genug Kehren zum Üben gab es auf alle Fälle und am Ende waren wir fast Profis - aber halt nur fast. Die richtige Technik ist hier entscheidend und erlaubt einem steiles Gelände sicher, in Zick Zack Spuren hinaufzugehen.

Oberhalb der Baumgrenze konnten wir dann einen herrlichen Ausblick genießen - der wilde Kaiser in seiner ganzen Pracht bei strahlendem Sonnenschein. Sogar meinen Lieblingsberg, das Kitzbühler Horn konnte ich sehen, traumhaft! Ein kleines Stück tourten wir noch weiter, um uns anschließend mit „Berg heil!“ gegenseitig zum vollendeten Aufstieg zu gratulieren. Wie man die Felle richtig abnimmt und zusammenlegt, was man bei der Bindung beachten muss, usw. hatten wir alles am Vorabend besprochen. Nun konnten wir es Üben. Zuerst die Bindung wieder retour in die richtige Position, damit die Stopper den Ski halten, dann die Felle runter, schön zusammenlegen, ab in den Rucksack, umziehen, Helm nicht vergessen und das Wichtigste - Die Schuhe von der Einstellung „Walk“ auf „Ski“ umstellen.

Der erste Hang war grandios, ich hatte mega Freude, obwohl der Schnee nicht einfach zu Fahren war. Vor allem im Wald war es teilweise wirklich schwer! Spaß machte es aber dennoch und das anschließende Abendessen hatten wir uns richtig verdient. Nach einem leckeren dreigängigen Menü erwartete uns aber noch so einiges an Information: Lawinenkunde, was tun wenn der Ernstfall eintritt? Obwohl es schon später am Abend war, fesselte mich der Vortrag. Je mehr Wissen, je mehr Erfahrung, desto sicherer ist man unterwegs. Spannend fand ich auch den Airbagrucksack-Test. Zum ersten Mal habe ich gesehen, was passiert, wenn ein Airbag auslöst. Ich muss zugeben, dass man das auslösende Seil wirklich fest ziehen muss, im Ernstfall sicher keine einfache Sache! Die Bewegung zu Hause zu üben macht ganz bestimmt Sinn. Nach dem Auslösen bläst sich der Airbag schnell auf und am Ende ist ein großer U-förmiger, orange leuchtender „Luftballon“ zu sehen. Im Ernstfall kann er ein Lebensretter sein, weil man dadurch wie ein „gröberes Körnchen“ an der Oberfläche der Lawine bleibt. Zum Schluss hatte ich noch die Chance unseren Bergführer Thomas kurz um ein paar Antworten zu bitten…

Skitourencamp 2017 Thiersee

Interview mit Bergführer Thomas:

Wie bist zu zum Skitour Sport gekommen?

In meiner Kindheit habe ich viel Zeit in den Bergen verbracht. Im Sommer zum Wandern mit der Familie und im Winter dann beim Skifahren. Es ist eine tolle Form in die Berge zu gehen. Anfangs mit den Eltern, später bin ich dann selbstständig auf Tour gegangen. Bergführer zu sein ist nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch mein Beruf. Gemeinsam mit meinem Bruder bin ich im Winter sehr viel draußen unterwegs. Nach 15 Jahren Rennsport (Skitour) und 300.000 hM pro Jahr, haben wir schon Einiges an Erfahrung. Über die Jahre konnte ich mir viel Wissen aneignen und somit auch alleine oder mit Gruppen auf Tour gehen.

Was ist beim Material wichtig?

Das Material ist Grundvoraussetzung! Und vor allem der richtige Umgang damit! Wichtig ist, dass das Material Einen nicht blockiert. Es kann natürlich sein, dass man sich selbst im Weg steht, wenn zum Beispiel die Felle nicht kleben oder man die Notfall Ausrüstung nicht beherrscht. Die Ausrüstung muss schon passen, damit man Freude auf Tour hat. Speziell in den letzten Jahren hat sich hier sehr viel getan, Skitouren gehen ist zum Breitensport geworden.

Gibt es noch besser, geht es noch leichter? Wie schaut der Trend beim Material aus?

Ja, bei den Airbag Rucksäcken kann man eine starke Entwicklung in den letzten Jahren beobachten - Von 4,5 kg auf 2,2 kg. Dadurch nimmt man sie auch viel lieber mit auf Tour, man kommt nicht in die Verlegenheit ihn zu Hause zu lassen. Auch bei den Bindungen: die Rahmenbindungen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Eine Pin Bindung hat viel weniger Gewicht. Bei den Ski wird sich vielleicht nicht mehr allzu viel tun aber bei den Schuhen gibt es noch Potential. Hier tüfteln verschiedensten Firmen, damit man den Ski mit weniger Kraftaufwand bewegen kann. Auch die Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS) sind noch ausbaufähig, damit sie noch intuitiver funktionieren.

Warst du schon einmal in einer gefährlichen Situation?

Ja, man kommt schon in Situationen, wo man dann wirklich an der Schwelle ist und man umdrehen sollte. Zweimal habe ich nicht umgedreht und es herausgefordert. Am Anfang kämpft man und versucht auf den Beinen zu bleiben. Es zieht einen aber irgendwann den Boden unter den Füßen weg. Man kann nur mehr akzeptieren und hoffen. „Wie konnte das passieren? Hoffentlich finden sie mich!“ - diese Gedanken gehen einen durch den Kopf. Dann kommt es wirklich auf die Kameraden an.

Was kannst du einem Rookie empfehlen? Was ist wichtig zu Beginn?

Zu Beginn geht man auf der Piste. Hier macht man sich mit dem Material vertraut, vor allem die Felle sind am Anfang doch ungewohnt. Weiteres ist es wichtig, dass man auch im Gelände sicher und gut unterwegs ist. Man sollte nicht nur Pulverschnee fahren können, sondern auch zerfahrene Hänge oder schwierigere Verhältnisse. Weg von der Piste. Dann kann man sich auch beim Skitouren gehen ins Gelände trauen. Genau an diesem Punkt sind dann mehrtägige Skitouren Camps empfehlenswert, weil man von Profis eine Einschätzung bekommt wie man sich auf Tour verhält und wie man eine Verschüttung vermeidet. Dann geht es einfach darum so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln.

Sonntag:

Wie plant man eine Tour? Nach dem Frühstück studierten wir gemeinsam den Lawinenlagebericht und versuchten eine Tour auf Basis der Informationen über Wetter, Schnee und Lawinenwarnstufe zu planen. Hierbei muss man wirklich einiges beachten und die „Lawinenlageberichtsprache" richtig interpretieren! Wir hatten Glück, denn die Lawinenwarnstufe lag bei 1 und am Himmel war nicht eine Wolke zu sehen. Nachdem wir am Vorabend vieles über Lawinenkunde und den Verschüttungs-Fall gelernt hatten, ging es am Sonntag um die Praxis.

Ein kurzer Anstieg brachte uns zu einer Alm, wo ein super Lawinen-Übungsgelände auf uns wartete. Die Notfallausrüstung wurde zusammengebaut und unser Bergführer demonstrierte uns Schritt für Schritt, was wir im Ernstfall zu tun haben.

  1. Rettung alarmieren und alle LVS Geräte auf Suche.
  2. Grobsuche - man orientiert sich am Verschwindepunkt und versucht ein Signal zu finden und den Pfeilen zu folgen.
  3. Feinsuche - man hat ein Signal gefunden, das Piepsen kommt in immer kürzeren Abständen. Es wird kreuzförmig, dicht über der Oberfläche der niedrigste Wert gesucht.
  4. Abgrenzen - der Bereich wird eingegrenzt und markiert (mit der Schaufel).
  5. Ausgehend vom Punkt sondiert man systematisch von innen nach außen.
  6. Treffer! Die Sonde bleibt stecken und man beginnt mit dem Ausgraben, hangabwärts.
  7. Wenn man den Verschütteten gefunden hat, befreit man sofort die Atemwege, versucht ihn aufzuwärmen und sicher abzutransportieren.
Foto © Sportalpen

Nach der Demonstration durften wir paarweise trainieren. Einer vergrub das LVS Gerät, der Andere musste suchen und anschließend umgekehrt. Die Notfallsituation einer Lawine wurde nachgestellt. Bei meinem Einsatz war ich schon etwas angespannt. Auch wenn es nur ein Handschuh war, den ich finden musste. Man versucht sich in die Situation hinein zu fühlen. 15 min - das ist die Grenze. Die Uhr tickt und man hat das Gefühl, dass die Zeit wirklich wie durch eine Sanduhr rinnt. Ruhe bewahren ist der Schlüssel! Panik bringt an dieser Stelle gar nichts. Es ist eine Herausforderung, vor allem wenn man daran denkt, dass unter der Schneedecke ein Freund oder Familienmitglied liegt. Diese Übung hat mich wieder daran erinnert, wie wichtig es ist Respekt vor der Natur zu haben. Bei einer Lawine ist man Passagier und hilflos. Wir können nur auf Glück hoffen. Auch die Schneephysik ist sehr entscheidend, also gab es auch hierzu eine kleine Einheit, bei der wir uns die einzelnen Schichten und wie sie zustanden kommen, untersuchten. Wirklich lehrreich und auch für die Tourenplanung sehr wichtig.

Alles in Allem kann ich nur sagen: So mühsam das Bergauf gehen auch manchmal sein kann, es ist ein großartiges Training und ein besonderes Erlebnis - die Krönung für jeden Skifahrer und Naturfreund. Die beste Möglichkeit seinen persönlichen #puremoment zu sammeln.

Zum Schluss gibt es hier noch eine Packliste - Das gehört alles mit auf die Skitour:

  • Tourenbekleidung: Bergauf: Skisocken, Skiunterwäsche, leichte Skihose, leichte Jacke // Bergab: frisches Shirt, warme Weste, winddichte Jacke
  • Schnee- und Sonnenbrille
  • Handschuhe dünn & Skihandschuhe
  • Sonnencreme
  • Stirnband oder Haube
  • Trinkflasche & Essen (Müsliriegel, Banane)
  • Touren-Ausrüstung (Ski, Schuhe und verstellbare Stöcke)
  • Ski Helm
  • großer Rucksack
  • Tape - sollte man Blasen bekommen
  • Notfallausrüstung (Schaufel, Sonde und LVS-Gerät)
  • Airbag Rucksack

Fotos © Sportalpen

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